24.06.2026 12:00 |
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Was ist heute links?
Eine verhängnisvolle Begriffsverwirrung verhindert den Politikwechsel.
Von Oskar Lafontaine. - Seit Jahren nimmt die Unzufriedenheit der
deutschen Bevölkerung zu. Die parlamentarische Demokratie erfüllt ihren
Auftrag, Politik nach dem Willen der Mehrheit zu machen, schon lange
nicht mehr. Landauf, landab wird darüber diskutiert, warum das so ist
und was sich ändern muss, um einen Weg aus dieser Krise zu finden. - In
einem Gespräch mit dem Philosophen Richard David Precht sagte der
ZDF-Moderator Markus Lanz kürzlich: „Die Leute wollen eine konservative, ... [Quelle:
nachdenkseiten.de] JWD
....wenn nicht rechte Politik, bekommen aber eine linke Regierung.“
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Quelle: nds.de | Teil 1
Viele Politiker und Journalisten stimmen dieser Analyse zu. Aber sie ist
auf gefährliche Weise falsch und stärkt die AfD, die man doch angeblich
bekämpfen will.
Man kann über die Regierung Merz sicherlich vieles sagen, aber nicht,
dass sie linke Politik macht.
Merz’ Richtschnur
Zwar gab es in den letzten Jahren viele unterschiedliche, teils skurrile
Antworten auf die Frage, was linke Politik sei, aber in der Praxis, im
Alltag ist die Antwort ganz einfach. Linke Politik ist es, den Ärmeren
zu helfen und denen Bildungs- und Aufstiegschancen zu sichern, die nicht
aus wohlhabenden Verhältnissen kommen. Zudem gehört die Ablehnung von
Krieg und Waffengewalt immer zur DNA linker Politik, da sie die Wahrung
der Menschenwürde in den Mittelpunkt stellen muss.
Im Krieg werden die Normalbürger, die kleinen Leute, gezwungen, sich
gegenseitig umzubringen. Die Kriegstreiber findet man immer bei den
Oligarchen, die am Krieg verdienen, in den Regierungen, den Parlamenten
und im Journalismus, aber nicht an der Front.
Die Regierung aus CDU/CSU und SPD unterstützt und verlängert im
Widerspruch dazu nicht nur den Ukraine-Krieg, sondern auch den
Völkermord im Gazastreifen mit Waffenlieferungen. Deutschland wurde vor
dem Internationalen Gerichtshof verklagt, und der Bundesregierung wurde
„Beihilfe zum Völkermord“ vorgeworfen. Wer einer Regierung, die unter
dem begründeten Verdacht der Beihilfe zum Völkermord steht, eine linke
Politik bescheinigt, leidet unter vollkommener Begriffsverwirrung.
In der Wirtschafts- und Sozialpolitik sieht es nicht anders aus.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die rechte Parole „Wir können uns
diesen Sozialstaat nicht mehr leisten“ zur Richtschnur seiner
„Reformpolitik“ erklärt. Weil die Wähler diese „rechte“ Politik der
weiteren Umverteilung von unten nach oben nicht wollen, trauen sich Merz
und Klingbeil nicht, ihre Kürzungspläne wirklich offenzulegen.
Kommissionen, hinter denen sie sich verstecken können, müssen ran, und
einzelne Minister dürfen vorpreschen.
Fest steht jetzt schon, dass die Regierung, die nach Meinung der
Mehrheit der deutschen Kommentatoren linke Politik macht, Kürzungen bei
Renten, Gesundheit und Bürgergeld vornehmen will, also genau das, was
rechte Regierungen in aller Welt tun, wenn sie am Ruder sind. Sie lassen
das Volk „den Gürtel enger schnallen“ und verschonen die, die es sich am
ehesten leisten könnten. Sozialkürzungen sind notwendig, um die maßlose
Aufrüstung zu finanzieren, die sich die angeblich linke Regierung
vorgenommen hat, um die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee
Europas zu machen. Aber linke Politik, die diesen Namen verdient, setzt
auf Diplomatie, gute Nachbarschaft und Abrüstung, rechte Politik auf das
Schüren von Feindbildern, auf Aufrüstung und im Zweifelsfall auf Krieg
als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.
Lackmustest Meinungsfreiheit
Neuerdings werden offene Grenzen für alle, Cancel Culture und
Gendersprache auch in der politischen Wissenschaft als „kulturell links“
bezeichnet. Auch das ist ein weiteres Beispiel für die babylonische
Begriffsverwirrung. Die Politik der offenen Grenzen für alle ist rechts,
weil sie sich gegen die Ärmsten in den Herkunftsländern und in den
Aufnahmeländern richtet. Die Herkunftsländer verlieren ihre
Mittelschicht und fallen deshalb wirtschaftlich zurück, und in den
Aufnahmeländern steigen die Mieten, während Löhne und soziale Leistungen
sinken. Linke Migrationspolitik begrenzt im Unterschied dazu die
Zuwanderung und hilft nachhaltig den Ärmsten vor Ort nach dem Vorbild
Albert Schweitzers.
Die Cancel Culture, also die Ausgrenzung von Personen, die eine vom
Mainstream abweichende Meinung vertreten, führt zu Denunziation und
Zensur und in einzelnen Fällen zur Existenzvernichtung von Menschen, die
unbequeme Meinungen vertreten. Das kennen wir aus totalitären Systemen.
Mit linker Politik hat auch das nichts zu tun.
Der Lackmustest auf die Frage „Wie hältst du es mit der
Meinungsfreiheit?“ ist die Einstellung zu den EU-Sanktionen gegen
Einzelpersonen, die eine abweichende Meinung haben. Dass die in Teilen
rechtsextreme Regierung, Merz-Klingbeil mit Außenminister Wadephul,
einem solchen, die Meinungsfreiheit immer weiter einschränkenden
Vorgehen zustimmt, wundert schon nicht mehr. Dass aber auch die Partei
Die Linke dieser Verfolgung Andersdenkender Beifall spendet, zeigt, dass
sie ihren Kompass verloren hat. Ihre Parteistiftung hat sie nach Rosa
Luxemburg benannt. Deren berühmtester Satz lautet: „Freiheit ist immer
die Freiheit Andersdenkender.“
Und die Gendersprache? Wer die Sprache der Arbeiter vergewaltigt, sollte
sich nicht einbilden, er könne die Malocher jemals vertreten. Ein
Gewerkschafter, der seine Ansprache an die Belegschaft mit den Worten
„Liebe Kolleg*innen“ oder „Liebe Mitarbeiter*innen“ beginnt, wird
bestenfalls ausgelacht.
Interessen der Mehrheit
Bei dieser babylonischen Begriffsverwirrung wundert es nicht mehr, dass
viele Arbeiter aus Protest AfD wählen, obwohl diese Partei alle
Reichensteuern abschaffen und bis zu fünf Prozent der
Wirtschaftsleistung für Aufrüstung bereitstellen will. Immerhin wissen
Deutschlands Arbeitnehmer im Gegensatz zur SPD-Co-Vorsitzenden Bärbel
Bas, dass Millionen Zuwanderer ins Sozialsystem einwandern, mit der
Folge, dass die sozialen Leistungen geringer ausfallen, wenn immer mehr
Menschen sie in Anspruch nehmen. Und im Gegensatz zu vielen Politikern
und Journalisten wissen sie auch, dass die Zuwanderung zu
Mietpreissteigerungen und niedrigeren Löhnen führt.
Solange Deutschlands Politiker und Meinungsmacher rechts und links
verwechseln, können sie den direkten und geraden Weg aus der Krise nicht
finden, und Deutschland steigt weiter ab.
Die Leute wollen seit Jahren eine linke, sprich: sozial gerechtere
Politik, bekommen aber immer eine rechte Regierung, die Kriege mit
Waffenlieferungen unterstützt, die Lebenshaltungskosten verteuert,
soziale Leistungen kürzt und die wachsende Ungleichheit bei Einkommen
und Vermögen fördert, mit dem Ergebnis, dass in letzter Konsequenz die
Demokratie abgeschafft wird. Demokratisch ist eine Gesellschaft nämlich
nur, wenn sich in ihr die Interessen der Mehrheit durchsetzen. Davon
kann in Deutschland, wenn fünf Prozent der Bevölkerung nach den Daten
der Europäischen Zentralbank fast die Hälfte des Gesamtvermögens
besitzen, nicht die Rede sein.
Oskar Lafontaine ist Finanzminister Deutschlands a. D. und ehemaliger
Vorsitzender der SPD.
16.03.2026 03:00 |
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Clara Mattei: Kapitalismus ist nicht natürlich – er wird aufgezwungen "Clara
Mattei ist eine Ökonomin, die uns dazu auffordert, die Vorstellung zu
überdenken, dass der Kapitalismus einfach die natürliche Ordnung der
Dinge ist. [..] - Sie ist Autorin und Professorin für
Wirtschaftswissenschaften, deren Arbeit sich damit befasst, wie
wirtschaftliche Ideen zu Machtinstrumenten werden, die die Politik
prägen und gleichzeitig die dahinterstehenden politischen Entscheidungen
verschleiern. - In ihrem neuen Buch „Escape from Capitalism”
(Flucht aus dem Kapitalismus) argumentiert sie, dass viele der Probleme,
die wir.... [Quelle: Augen Auf Medien Analyse ]
JWD
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03.10.2025 13:00 |
Erstveröffentlichung 01.02.2025 |
#Machtstrukturen |
auf Telegram ansehen Die Geopolitik des Elitenwahnsinns. „Die gesamte Welt
in eine planetarische
Technokratie verwandeln“. Robert J. Burrowes - Teil III: Die gefährliche Illusion, dass
Regierungen, einschließlich der BRICS-Regierungen, souverän sind und die
technokratische Machtübernahme stoppen können. - Während
die geopolitische Ordnung rasch umgestaltet wird, um den Interessen der
Elite besser zu dienen, werden die meisten Analysten, die zu diesem
Thema schreiben, dazu verleitet, die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland,
Indien, China und Südafrika, zu denen seit kurzem auch Ägypten, Äthiopien,
Indonesien, der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate gehören) als
eine Art...
[Quelle: globalresearch.ca]
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